Zwei Sonaten für Klavier | Mondscheinsonate

Zwei Sonaten für Klavier (Es-Dur, cis-Moll) op. 27, 1-2 (Sonata quasi una fantasia)
Nr. 2 = Mondscheinsonate

1801, Nr. 1: Josephine Fürstin von Liechenstein, geb. Landgräfin von Fürstenberg-Weitra gewidmet; Nr. 2: Julie Guicciardi gewidmet

Hörbeispiel

Wir kennen die Titelaufschrift Beethovens auf dem Autograph nicht. Eines ist jedoch sicher: Er nannte das Stück nicht "Mondschein-Sonate". Dem Original-Druck stellte der Komponist den Titel „Sonata quasi una Fantasia" voran. Damit brachte Beethoven zum Ausdruck, dass er die Pfade der klassischen Sonatensatzform verließ und diese Sonate eher in der Art einer freien Fantasie anlegte. Gerade der Charakter einer freien Improvisation regte die Romantiker zu vielfältigen Auslegungen an. Manche glaubten, Beethoven habe seine (enttäuschte) Liebe zu Julie Guicciardi, der die Sonate gewidmet ist, in Musik umgesetzt. Der Titel „Mondschein-Sonate", der sich schließlich unter der Vielzahl von Deutungen festsetzte, stammt aus der Feder des Dichters Ludwig Rellstab. Ihm schwebte ein romantisches Bild vor: eine Barke, die im Mondschein durch die wilde Landschaft des Vierwaldstätter Sees gleitet. (Textquelle: Beethoven-Haus Bonn)