Sinfonie Nr. 9

Sinfonie Nr. 9 (d-Moll) op. 125

1815-1824, Friedrich Wilhelm III. König von Preußen gewidmet, Textdichter: Friedrich von Schiller

Hörbeispiel

Wie schon bei den vier Sinfonien zuvor, war auch die 9. Sinfonie zunächst als eine von zweien gedacht. Den Anstoß zu beiden Sinfonien erhielt Beethoven durch die Philharmonische Gesellschaft in London.

Die 9. Sinfonie ist wohl die berühmteste und revolutionärste nicht nur unter den Beethovschen Sinfonien. Selbst für Nicht-Liebhaber klassischer Musik ist der Schlusschor ein berauschender Ohrwurm, dem sich wahrlich niemand zu entziehen vermag. Dieses großartige Werk spiegelt einen demokratischen Zeitgeist und Werte wider, die in einer vom Humanismus geprägten Gesellschaft bis heute Gültigkeit haben.

Immer wieder finden sich in seinen Arbeitsbüchern und Heften der Jahre 1817-1820 Skizzen, die belegen, dass sowohl der Plan einer London-Reise als auch die Komposition der Sinfonien stets präsent waren. Ernsthafte Fortschritte erzielte der Meister in dieser Zeit jedoch nicht. Erst 1822 rückte die Sinfonie wieder stärker in den Mittelpunkt. Ernsthaft ans Werk machte sich Beethoven dann Anfang 1823, nachdem er zwei seiner monumentalen Spätwerke vollendet hatte: die Diabelli-Variationen op. 120 und die Missa solemnis op. 123.

Er beendete seine letzte große Sinfonie erst im Februar 1824 und lieferte sie im April nach London. Die 9. Sinfonie wurde in London erstmals am 21. März 1825 unter Leitung von Sir George Smart im dritten Konzert der Philharmonischen Gesellschaft in der Frühjahrssaison aufgeführt (die Uraufführung hatte bereits am 7.5.1824 in Wien stattgefunden). Die zweite der ursprünglich als Doppel veranschlagten Sinfonien ging übrigens unterwegs „verloren". Einige der Ideen, die ihr in den Skizzen anfangs noch zugeordnet waren, wanderten im Zuge der Arbeit in die Neunte hinüber. Bekanntermaßen existieren Skizzen zur 10. Sinfonie, ausgeführt hat der Komponist sie nicht mehr. (Textteile: Beethoven-Haus Bonn)