Fidelio – Beethovens einzige Oper

1. Fassung: ca. Oktober 1805; 2. Fassung: März 1806; 3. Fassung: 1814. Textdichter: Jean Nicolas Bouilly, Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning, Georg Friedrich Treitschke

Hörbeispiel

Beethoven war schon als junger Mann sehr interessiert an Literatur und immer auf der Suche nach einem geeigneten Stoff für eine Oper. Anfang 1803 trat der Direktor des Theaters an der Wien, Emanuel Schikaneder, mit der Bitte an Beethoven heran, aus einem seiner Libretti eine Oper zu schreiben. Beethoven beschäftigte sich im letzten Quartal 1803 mit diesem Textbuch zu „Vestas Feuer", gab die Arbeit aber wegen mangelnder Qualität des Textes zu Jahresende auf. 1804 wechselte die Direktion des Theaters, der neue Mann, Freiherr Peter von Braun schloss mit Beethoven einen neuen Vertrag über eine zu komponierende Oper ab: Leonore. Vorlage des Librettos war ein außerordentlich erfolgreicher Stoff aus der französischen Revolution, der bereits mehrfach vertont worden war. Das französische Original von Jean Nicolas Bouilly übersetzte der Wiener Hoftheater-Sekretär Joseph Sonnleithner für Beethoven.

Nach einer langen und fruchtbaren Arbeitsphase vollendete Beethoven die Partitur seiner ersten Oper im Herbst 1805. Die Oper wurde am 20. November 1805 im Theater an der Wien uraufgeführt werden konnte. Dem Stück war allerdings kein Erfolg beschieden, nach nur zwei Wiederholungen wurde es wieder vom Spielplan abgesetzt.

Schon ab Dezember 1805 entschloss sich Beethoven zur Revision und nahm drastische Striche und Umgestaltungen vor: Der dramatische Ablauf wurde gestrafft und die drei Akte der Originalfassung auf zwei zusammengezogen. Die zweite Fassung des „Fidelio" kam am 29. März 1806 und 10. April 1806 ebenfalls im Theater an der Wien auf die Bühne. Zwar war die Inszenierung deutlich erfolgreicher und wurde viel freundlicher aufgenommen, dennoch aber nach der zweiten Aufführung abgesetzt.

Lange Jahre lag Beethovens einzige Oper dann auf Eis und wurde weder inszeniert noch nachgefragt. Erst 1814 wendete sich das Blatt: Drei Inspizienten der k.k. Hofoper, Ignaz Saal, Johann Michael Vogl und Karl Friedrich Weinmüller, fragten bei Beethoven an. Sie hatten die Erlaubnis erhalten, eine Opernvorstellung zu veranstalten und konnten sich das Werk frei wählen: Beethovens Oper. Unter der Bedingung gründlicher Durchsicht und Überarbeitung stimmte Beethoven zu. Auch der Text sollte neu gemacht werden. Diesmal zog Beethoven einen Profi heran, den Regisseur und erfahrenen Theatermann Georg Friedrich Treitschke, der ihm das Libretto quasi neu verfasste.

Nach erneuter Überarbeitung bzw. Neufassung konnte am 23. Mai 1814 die endgültige Version des "Fidelio" aufgeführt werden und wurde nun endlich ein großer Erfolg. (Textquelle: Beethoven-Haus Bonn)